Facebook fasten

Pfarrer und Ärzte finden das gut

Wer fastet, schafft neue Freiräume. Der prominente Benediktinerpater Anselm Grün fastet jedes Jahr: «Es erzeugt Lust, selber zu leben statt gelebt zu werden. » Der Aufruf in der Gruppe «Facebook fasten» ist kurz und prägnant: «Wir verschwenden so viel Zeit bei Facebook und diversen anderen Social Networks, die wir so viel besser investieren könnten: in unsere Beziehung mit Gott!» schreibt Initiator Marcel Werner. In den 40 Tagen solle man lieber Gott näher kommen, als durch Facebook zu klicken. Darüber berichteten die deutsche Presseagentur (dpa), der «Tages Anzeiger» und «20 Minuten».
Auch Lisa versucht es. Sie wisse ganz genau, dass sie mit Facebook ihre Zeit verschwende, textet sie in einem Gruppenforum. Doch sie komme nicht davon los. Zur Fastenzeit nimmt sie einen neuen Anlauf und zeigt dem Netzwerk die kalte Schulter. Die Gruppe «Facebook-Fasten» titelt: «Lasst uns in der Zeit auf Facebook verzichten und uns wieder den wichtigen Dingen im Leben widmen!» Ob religiöse Beweggründe, Selbsterfahrung oder Trotz: In den Foren machen sich die Facebook-Faster gegenseitig Mut. Einige erklären die Abstinenz zu einer Herausforderung.
Die Evangelische Kirche in Deutschland stellt sich hinter die Aktion. «Der Fastengedanke bezieht sich auf alle Lebensbereiche», sagt Pfarrer Jan von Campenhausen von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Mit dem Fasten solle man nicht Gott gefallen, sondern für sich selbst mehr Freiheit gewinnen. Jeder müsse für sich entscheiden, welches Laster er aufgeben wolle. Für manche sei die Abwesenheit in Facebook eben der grösste Einschnitt, sagt der Theologe. Und der Schweizer Pfarrer Paul Wellauer-Weber schreibt: «Tschüüüüüüüüüüs bis Ostern: Facebook-Fasten kann starten! Mehr Zeit mit Gott und "live" mit Bekannten und Freunden... - oder per Mail & Telefon. - Wünsche allen eine segensreiche Fasten-/Passionszeit!»
Ärzte sehen in der geplanten Auszeit einen Gewinn für die Gesundheit. Die Vorsitzende der deutschen Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung, Eva Lischka, sagt: «Es tut gut, wenn man sich von etwas befreit, was man nicht unbedingt braucht.» Die Nutzer seien ruhiger und gelassener, wenn sie nicht permanent gucken müssten, was gerade los sei.
Herzlich, Markus Baumgartner
 
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