Die Genfer Pfarrerin Carolina Costa und ihr Mann Victor haben ein spezielles Hobby: Sie stellen Szenen aus ihrem Alltag nach, filmen sie, und stellen sie ins Internet. Diese Kurzfilme über Gott, die Welt und das Eheleben zwischen Kirche und Pfarrhaus kommen an.




 
 

Pfarrerin als Videokünstlerin

Erfolg mit Online-Clips «Ma femme est pasteure»

Wie lebt es sich als Mann einer Pastorin – und das als Agnostiker? Die  Webserie «Ma femme est pasteure» erzählt humorvolle Geschichten rund um das aussergewöhnliche Paar Clara und Thomas. DIe Hauptdarsteller spielen sich dabei im Grunde selbst. «Wer hätte gedacht, dass ich eines Nachts mit Gott schlafen werde?» Das ist das Schicksal des ungläubigen Thomas. Seine Ehefrau Clara ist Pastorin. Verliebt hatte er sich aber in eine Frau, die Sängerin werden wollte. Doch dann kam alles anders: Seine geliebte Künstlerin – eigentlich studierte Theologin – fühlte sich zur Pastorin berufen. Und auf einmal wurde die Kanzel zur neuen Showbühne der Gattin.

Die Webserie erzählt kurze, komische Episoden aus dem Leben des Ehepaars Clara und Thomas. Seit dem 18. Februar 2015 erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge online auf dem Internetportal 20minutes.ch. In den Hauptrollen: 
Carolina und Victor Costa. Sie arbeitet auch im wahren Leben Teilzeit als Pastorin in Genf. Er ist auch in echt Agnostiker. Die Geschichte der Serie ist im Grunde ihre Lebensgeschichte, fiktiv erzählt. Und die ist göttlich – im humoristischen Sinne.

«Die Idee zu ‹Ma femme est pasteure› hatte mein Mann», erzählt Carolina Costa gegenüber SRF, das auf «Schweiz aktuell» über sie berichtet: 
«Er fand, dass es ziemlich atypisch sei, mit jemandem zusammenzuleben, der Menschen beerdigt, dauernd vom Tod spricht oder Liebespaare verheiratet. Er sah darin ein komisches Potenzial». Am Anfang, so Costa, wollte sie nicht in der Serie mitspielen. Auch aus Angst, die Mitglieder der Kirche zu verärgern: «Ich hatte Bedenken, dass sie die Comedienne nicht von der Pastorin trennen können.» Doch Carolina Costa entschied sich für das Doppelleben, denn: «Religion möchte die Menschen zusammenbringen. Humor verbindet die Menschen ebenfalls.»
 
Pfarrerin Carolina Costa will der Kirche ein modernes Image verleihen. «In meinem Amt arbeite ich oft mit jungen Menschen. Und junge Menschen kann man mit solchen Videos erreichen. Der Humor hilft über existentielle Themen zu sprechen, ohne an Tiefgründigkeit zu verlieren», ist die Pfarrerin überzeugt. Den Romands scheint diese Kombination aus religiösen Themen und Komik zu gefallen. Durchschnittlich 100’000-mal werden die Clips angeklickt. «La double vie de madame la pasteure» titelte das Frauenmagazin Femina. Auch L'Hebdo, Tribune de Genève und 24heures schrieben über sie. Und auch aus den religiösen Rängen habe sie bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten.

Herzlich, Markus Baumgartner

 
http://www.24heures.ch/portraits/La-foi-chretienne-n-interdit-pas-la-rigolade/story/22300286
 
 
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